Mittwoch, 8. Mai 2019

Wir Wochenend Rebellen...

...damit mein ich ausnahmsweise mal nicht uns ;-)

Ich lese ja gerne über Familien, die auch einen "anderen" Alltag als sogenannte "Normalfamilien" haben und so lief mir vor kurzem das Buch "Wir Wochenend Rebellen" von Mirco von Juterczenka über den Weg. Ein Junge auf der Suche nach einem Lieblingsfussballverein, den er erst finden kann, wenn er alle gesehen hat...



Zuerst dachte ich : Hmm..ein Vater mit seinem Sohn auf Fussballstadiontour, was soll da so besonders dran sein..dann hab ich den Klappentext gelesen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen ;-)

Das besondere ist nämlich dass Jason, der Junge der mit seinem Papa diese Touren macht, Asperger Autist ist. Was das bedeutet, kann man nicht in einem Satz erklären, und auch wenn ich gerne mit Wörtern nur so um mich werfe, werde ich keine richtig gute Erklärung abgeben können. Sein Vater sagt selber, dass wenn man das Buch gelesen hat, EINEN Autisten kennt, es gibt aber so viele verschiedene Facetten wie es auch beim Down Syndrom der Fall ist.

Jason braucht viele Rituale, stellt jede Menge Regeln auf, die für einen Außenstehenden nur schwer zu verstehen sind. Wie die ganze Familie und der Alltag davon beeinflusst wird, beschreibt Mirco sehr ehrlich, bildhaft und auch witzig und was mir besonders gut gefallen hat: Man spürt auf jeder Seite die bedingungslose Liebe zu seinem Sohn.

Er beschreibt wie er immer von Jason aufgefordert wird, das Problem zu lösen. Das kann ein nicht vorhandenes festinstalliertes WC sein, ein Spielstand der Jason nicht gefällt oder umgeschütteter Orangensaft (der darf z.B. nicht aufgewischt werden, da das "Wegwerfen" bedeutet...welche Lösung der Papa dafür findet, ist schon ungewöhnlich) oder warum er öfter ohne Jacke die Schule verlässt.

Warum ihr das Buch lesen solltet? Ihr bekommt mal einen anderen Blickwinkel auf viele Dinge, lernt vielleicht manche Sachen wieder mehr zu schätzen und lachen dürft ihr auch noch - also wenn das nicht genügend Gründe sind ;-)

Und jetzt kommt das Beste:
In wenigen Wochen könnt ihr die Wochenend Rebellen live erleben!

Die Schatzkiste e.V. holt die Beiden am Mittwoch, 29.Mai 2019 ab 19.00 bis 21.00 Uhr für eine Lesung nach Plüderhausen ins Theaterbrettle. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende für das Herzensprojekt der Beiden gebeten, die Neven Subotic Stiftung, welche sich für sauberes Wasser für Kinder in den ärmsten Regionen Äthiopiens einsetzt.

Alle Infos zur Vorlesung findet ihr hier: KLICK 

Ich hoffe ich konnte euch neugierig machen, noch mehr über Jason, seinen Vater und die Stadiontouren könnt ihr Hier auf dem Wochenend Rebellen Blog nachlesen. Dort könnt ihr euch auch das Buch bestellen.

Und für alle Fans der bewegten Bilder hier eine Zusammenfassung ;-)


Ich freu mich schon, die beiden "Groundhopper" persönlich kennen zu lernen und vielleicht bekomme ich ja mein Buch signiert ;-) Sehen wir und dort?

* ja, das ist Werbung, unbezahlt aber aus vollstem Herzen <3








Sonntag, 28. April 2019

Alles hat ein Ende...

..auch die Osterferien ;-)


Zwei aufregende umtriebige Wochen liegen hinter uns und organisatorisch war es eine Herausforderung, aber machbar.

 Ich war wieder einigermaßen gut zu Fuß, würde zwar gerne behaupten ich hab mich beim Sport verletzt, es hat aber ein kleiner Stein auf der Straße gereicht der mich "zu Fall" brachte und meinen Knöchel blau werden ließ und die Bänder dehnte..immerhin hatte ich Turnschuhe an :-D .Mit Schiene und Schmerzmittel bewegte ich mich fast wieder wie eine Gazelle..oder so ähnlich..

Agnes war zum ersten Mal in einer Ferienbetreuung in der "Nähe" (knapp 20 km) von meinem Arbeitsplatz. So haben wir morgens schon 50 km zurückgelegt und ich muss ehrlich sagen dass ich gemischte Gefühle hatte, sie in eine fremde Umgebung mit fremden Personen zu "schuppsen". Klar gab es vorher einen Hausbesuch, aber ich konnte ihr halt nicht wirklich erklären was sie da jetzt soll und warum ich sie da jetzt alleine lasse. Ok, alleine war sie natürlich nicht und sie fand auch eine kleine Freundin, sie braucht aber eine gewisse Zeit um sich einzugewöhnen und hat sich erstmal unter einem Tisch verkrochen. Ich muss glaub nicht ausführlich beschreiben wie es mir auf dem Weg zur Arbeit ging...
Da hatte ich auch zum ersten Mal ernsthaft den Gedanken, nicht mehr zu Arbeiten. Aber nicht nur dass es finanziell nicht geht, liebe ich meine Arbeit, den Kontakt zu anderen Menschen, die Anerkennung und ich wüsste auch nicht, was ich alles putzen sollte wenn sie Schule hat ;-)

Um ihr ein Zeitgefühl zu geben, haben wir einen Plan zum abkreuzeln gemacht, so wusste sie, 4x Kreuzchen machen, dann gibt es einen schönen Kurzurlaub. Wir haben Ostern in Rust verbracht, 2 Tage von früh bis zur Schlussshow im Europapark und an 2 Tagen haben wir mit dem großen Bruder Zeit verbracht.

Dabei ist mir aufgefallen wie entspannt es inzwischen ist, mit ihr alleine unterwegs zu sein. Sie läuft nicht mehr wie eine wildgewordene Hummel drauf los, bleibt (meistens) bei mir und ist auch nicht mehr so stur. Sie lief den ganzen Tag ohne zu murren, klar, gab ja auch genug zu sehen und je schneller, höher oder wirbeliger ein Karusell ist, umso besser ;-)

Hier mal ein paar Eindrücke :-D














es gab aber auch ruhigere Momente :



Am Meisten hab ich die Zeit mit meinen beiden "Kindern" (kann man beim Großen ja nicht wirklich mehr sagen ;-)) genossen:
 Dann ging es zurück, die Arbeit rief , aber nur kurz...am Freitag hatte ich frei damit wir nach Frankfurt zu DEM Großereignis fahren konnten: Dem Downsyndrom Sportler Festival!

Dazwischen noch nach Feierabend den Garten entwildert..das Efeu hat uns ja fast überwuchert..so findet kein Prinz den Weg zu uns :-D

Ich war ganz erstaunt, wieviel Spaß es machte, das Unkraut raus zu rupfen, Fugen von Moss zu befreien und es uns auf der Terasse hübsch zu machen. Ich bin ja nicht so der Gärtner, grünen Daumen hab ich erst recht keinen..hab ich mal die Schwedenplastikpflanze erwähnt die mir mein Chef vor die Nase gestellt hat???

Maya musste auch gründlich durchgecheckt werden, unsere Katzdendame ist inzwischen 16 Jahre alt und ich dachte, es wäre ihre letzte Fahrt. Es hat sich herausgestellt dass sie eine Herzinsuiffizienz hat, die Wetterumschwünge ihr zu schaffen machen und deshalb bekommt sie jetzt ein Medikament. Ihr geht es wieder besser, schafft es auch schon wieder hoch zu ihrem Lieblingssessel und schnurrt auch wieder.

Gestern dann der krönende Abschluss der Ferien. Freitag abend waren wir mit 2 anderen Familien zum Grillen eingeladen, bzw aufgrund des Wetters hat der Hausherr gegrillt und wir haben drinnen geschlemmt ;-) Trotz einiger Chromosomen mehr war es entspannt und es war schön, die anderen wieder zu treffen bzw kennen zu lernen.

Zu lange ging der Abend dann nicht, wir wollten ja fit sein für Samstag. Ab 9 Uhr darf man sich sein Starterpaket abholen und um 11 Uhr wurde das Sportlerfestival mit dem feierlichen Einzug eröffnet.

Wir haben es trotzdem noch geschafft, mit einer anderen befreundeten Familie gemütlich zu frühstücken. Es waren noch mehr Familien mit einem DS- Kind bzw Jugendlichen im gleichen Hotel, die Stimmung im Frühstücksraum war also schon mal sehr freundlich ;-)

Auf dem Gelände war es noch ziemlich leer, letzte Vorbereitungen wurden getroffen, strahlend nahm Agnes ihre Startertasche in Empfang und freute sich über die Gummibärchen, Apfel, Kuscheltier, Freundebuch und die belegte Semmel. Die Nüsse durfte ich behalten ;-)


 Sehr ihr sie? Zweite Bahn von links..sie wartete geduldig und hat dem Moderator Andre Gatzke (der von der Maus und dem Elefanten :-) ) ihren Namen gesagt und lief los als das Startsignal kam:

 Trommel- Workshop musste wieder sein:



 Weitsprung:

Weitwurf:


 Zwischendrin immer wieder Spaß mit anderen:

Und zum Schluss ein stolzes Freudentänzchen als sie ihre Medaille bekam:


Diese unglaubliche Stimmung in der Halle kann man nicht beschreiben. Schon beim feierlichen Einzug mit der Hymne "das ist unser Tag" musste ich schwer schlucken, bei der Übergabe der Medaille und dem Lied "One moment in time" war es dann mit meiner Fassung vorbei (ich war aber nicht die einzige...) Dieser Tag wird noch lange in Erinnerung bleiben und wir sind dankbar, dass wir wieder dabei sein durften.

Jetzt wünsch ich euch allen einen guten Start in die neue Woche, lasst es euch gut gehen!






Freitag, 22. März 2019

7. Herzerltag

Wir kommen aus dem Feiern nicht raus ;-)

Herzerltag..für uns wie der zweite Geburtstag von Agnes. Wie jedes Jahr gibt es einen leckeren Kuchen in Herzform um das Leben zu feiern, den Tag vor 7 Jahren an dem ihr kleines Miniherz repariert wurde.

Ehrlich gesagt haben mich die Gespräche, die es die letzten Tage anlässlich dem WDST gegeben hat, ziemlich aufgewühlt. Ich bin halt a "Sensibelchen" :-D

Als gestern in der neuesten Folge von "This is us" eine Mama ihrem Frühgeborenen Sohn "you are my sunshine" vorgesungen hat, brachen alle Dämme...das ist das Lied welches ich ihr immer vorgesungen habe und der ihren Puls nach ihrer OP runter gebracht hat.

Zum einen kamen viele Bilder wieder hoch, die lange Warterei während der über 6-Stündigen OP, zum anderen diese große Dankbarkeit, dass es möglich ist, so einen Herzfehler zu korrigieren. Sie hat keinerlei Einschränkungen mehr und die Narbe ist kaum mehr sichtbar.

Mit diesem Strahlen 
sind wir entlassen worden :-): 



Jetzt aber Schluss mit Drama und Sentimentalitäten, her mit dem Kuchen ;-)


Donnerstag, 21. März 2019

Happy Welt-Down-Syndrom Tag 2019 !

Heute bekommt ihr die volle Dosis ;-) Wir feiern weltweit alle Menschen mit Trisomie 21, es gibt so viele Aktionen die zeigen möchten wie wertvoll jedes Leben ist. Also schnallt euch an, es geht los:

Wenn ihr die Augen offen haltet werdet ihr vielleicht ein Poster sehen welches zum heutigen Tag gemacht wurde, z.B das hier:


Wenn ihr hier aus der Gegend seid könnt ihr uns in der Zeitung entdecken. Die Schorndorfer Nachrichten waren bei uns zu Besuch, die Redakteurin Lea Krug durfte sich Weihnachtslieder anhören und in Agnes Küche mitspielen :-D


Ganz aufregend war das Interview und die Gespräche mit dem Team von Hitradio Antenne 1. Sie haben eine tolle Slideshow daraus gemacht, berichten über das Video von "Du bist so" , es gibt eine schön geschriebene Kolumne "ÜberMütter" von Julia Heile die erzählt wie es ihrer Tochter im integrativen Kindergarten geht u.v.m.


Dann natürlich "unser" Video :



Der kids Hamburg e.V. haben auch einen tollen Song gemacht, geht auch gleich ins Ohr ;-). Er heißt "Irgendwie Normal" , der Rapper Roger Reddich und Indigokind haben zusammen mit vielen Kindern was tolles auf die Beine gestellt:



Für die ganz spontanen unter euch gibt es ab 16 Uhr eine Signierstunde mit 46plus in Stuttgart,  falls jemand das Kochbuch noch nicht hat, schnell hin:


Und zu guter Letzt die Aktion "Lots of socks". Zieht heute 2 verschiedene bunte Socken an, als Zeichen dass alle Menschen verschieden sind 



Puh..geschafft..hab schon gesagt morgen häng ich das 47. Chromosom an den Nagel und wir machen wieder normal weiter ;-) 

Nicht falsch verstehen..aber wenn man sich jetzt doch ein paar Wochen wieder so intensiv mit dem Down Syndrom beschäftigt kommen viele Emotionen hoch, Erlebnisse die nicht so schön waren und das ist a bisserl anstrengend.

 Aber jetzt wird gefeiert!!!





Donnerstag, 14. März 2019

"Du bist so!...



... und ich bin anders, sie kann dies und er da kann das, 
Wir sind schön,und gut und richtig, wie wir sind!
Manchmal laut und manchmal leise,
Jeder singt auf seine Weise,

Wir sind schön und gut und wichtig, wie wir sind!“

(aus "Du bis so", KRAWALLO 2019)



Wenn ihr jetzt mein Herz bumpern hören oder meine Augen sehen könntet ;-)


Heute ist es soweit! Der Song zum Welt Down Syndrom Tag ist online:


Wie ihr wisst (ich erinnere euch ja jedes Jahr daran ;-)) ist am 21.3. wieder der Welt Down Syndrom Tag.
Warum an diesem Tag? Da bei Menschen mit Trisomie 21, wie das Down Syndrom auch genannt wird, das 21. Chromosom 3fach vorhanden ist.

Das A-Team wäre nicht das A-Team, wenn wir nicht so verrückt wären um an einem Samstag 540 km nach Ibbenbüren zu fahren um zusammen mit anderen 130 Kindern mit und ohne Down Syndrom die Diskothek "Extra" zu rocken!

Das Team von den ARTLAND STUDIOS hat stundenlang gefilmt und ich finde das Ergebnis KLASSE!!!

Agnes hatte so viel Spaß bei den Holi Aufnahmen, beim Tanzen, bei den Begegnungen mit den anderen Kids, ich glaube man kann das auf den Bildern und dem Video sehen :-D

Der Song ist ab 21.3.auf allen Streaming Diensten verfügbar, alle Künstler verzichten auf ihr Honorar und spenden es an die Deutsche Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom.
Für noch mehr Infos klickt doch mal HIER (Trisomie21.net) 

Ich würde mich freuen wenn ihr das Video teilt, anderen davon erzählt, es euren Kindern zeigt..der Song ist wirklich ein Ohrwurm, der Text kindgerecht und das Video macht einfach gute Laune.

Warum diese Botschaft des Songs so wichtig ist?

 Weil wir alle so viel glücklicher leben können wenn wir akzeptieren dass jeder anders ist, dass es kein Besser oder Schlechter gibt, dass Menschen unterschiedlich aussehen, unterschiedliche Stärken und Begabungen haben aber jedes Leben lebenswert ist. Und dass ihr keine Angst haben braucht wenn Agnes in ihrer offenen lebenslustigen Art und Weise auf euch zugeht und umarmen möchte...

Sonntag, 10. Februar 2019

Seifenblasen...

...sind faszinierend, schillern in allen Regenbogenfarben, zerplatzen schnell, sind ein Synonym für Schönheit und Vergängliches...und wenn man sie in Innenräumen pustet, klebt hinterher der Fussboden :-D



Nein, ich bin nicht unter die Philosophen gegangen ;-) Entspannt euch...

Das Thema Downsyndrom ist im "normalen" Alltag für mich kein Thema. Jetzt laufen gerade die Vorbereitungen für den Welt-Down-Syndromtag am 21.3. auf Hochtoren und ich kann euch schon mal verraten dass wir ein kleiner Teil eines ganz tollen "Projektes" sein dürfen ! Mehr verrate ich demnächst ;-) Ich bin schon total gespannt auf das Ergebnis, aber ich bin mir sicher, das wird was gaaaanz GROSSES...

Aber zurück zum Thema. Also aufgrund des WDST beschäftige ich mich momentan wieder viel mit dem Extrachromosom, was so alles in der Öffentlichkeit diskutiert wird, wie uns andere wahrnehmen, wie wir Ängste abbauen können usw.

Letzte Woche hat die liebe Katharina in ihrem Blog "Sonea Sonnenschein" über die Diagnosestellung geschrieben, welche Worte gut tun und welche man vermeiden sollte. Es ist unglaublich was da manche Eltern erlebt haben. Beim Lesen kam natürlich auch wieder die Erinnerung hoch, wie das bei uns damals vor über 7 Jahren war und wie lange ich daran zu knabbern hatte. 

In der Schwangerschaft haben wir uns ausgemalt, wie unser Kind mal aussehen würde, ob "es" mal Fussball spielen wird, ob sie Rapunzelhaare haben wird, was wir alles mit ihm/ihr unternehmen werden, wie man das halt als werdende Eltern so macht.

Tja, und dann zerplatzte die Seifenblase...einen Tag nach der Geburt wurde uns gegenüber mit ernster Miene der Verdacht geäußert, dass sie eine "Genanomalie" hat: "Leider passiert es immer wieder mal, wenn auch immer seltener, dass SO EIN KIND auf die Welt kommt". Ich bekam einen sehr schlecht kopierten Flyer in die Hand gedrückt, ich sah nur Sonnenblumen mit grinsenden Kindern drin und einen Spendenabschnitt. Was soll ich denn jetzt damit? 

Der Arzt wollte wissen ob wir mit einer Blutabnahme einverstanden sind um den Verdacht abzuklären und schickte uns 2 Tage später nach Hause. Nach 3 Tagen abends dann der Anruf mit der bedauerlichen Mitteilung, dass der Schnelltest positiv sei. Ich verstand das zuerst gar nicht..positiv? ist doch was Gutes..Er meinte aber dann, nein nein, es ist leider so dass sie das Down Syndrom hätte. 
Der Test sei schon zuverlässig und vorsorglich sollen wir mal vorbei kommen um einen Ultraschall zu machen, denn diese Kinder hätten öfter einen Herzfehler. 

Selbst bei dieser Untersuchung fehlte jede Sensibilität uns gegenüber. Als Agnes anfing zu weinen schlug ich vor, sie kurz zu stillen. Daraufhin bekam ich zur Antwort, dass das jetzt nicht geht, er bräuchte das Zimmer schnell wieder und warum sie denn keinen Schnuller nehme. So kurz nach der Geburt fühlt man sich ja sowieso schon eher wie ein rohes Ei und so konnte ich seiner Erklärung über den Herzfehler nicht mehr folgen. Ich hatte nur den Wunsch, mein Baby zu schnappen und abzuhauen. Leider durften wir erstmal nicht nach Hause, mussten im KKH bleiben und wurden ein paar Tage später nach Stuttgart verlegt. 

Was ich damals gebraucht hätte, wäre z.B. der Besuch einer Familie gewesen die auch ein Kind mit Down Syndrom haben. Ich hab zwar einiges im Internet gelesen und ein paar aufmunternde Blogs und Fotos gefunden, aber so ein persönliches Gespräch hätte mich wahrscheinlich aufatmen lassen. Für mich stand die Welt still, die Seifenblase war geplatzt...ich hatte Angst vor allem was kommt, wusste nicht was das alles für unser und ihr Leben bedeutet, ich hatte tausend Fragezeichen im Kopf.

Jetzt, über 7 Jahre später, werde ich jeden Morgen mit einer Umarmung geweckt, bekomme ich stolz (öfter am Tag) Arbeitsblätter gezeigt auf denen sie das O und I übt, schwimmt sie neben mir im Wasser, deckt den Tisch, läuft mir davon, tanzt vor dem großen Spiegel, hilft mir Wäsche zusammen zu legen und zu sortieren, "signiert" alles was ihr in die Finger kommt, zieht sich alleine an (und im Auto auch manchmal aus), sagt  "Mama lieb", gibt mir ein Taschentuch wenn ich niesen muss, holt sich Fotos von ihrem großen Bruder und erklärt mir wo er sein Auto beim letzten Besuch geparkt hat, bedankt sich für so ziemlich alles...

kurz: sie bläst so viele schillernde, bunte Seifenblasen in mein Leben dass man gar nicht merkt wenn mal eine zerplatzt...

Ich hab einen ganz tollen Satz gelesen:

 "Was ich will? Ich will, dass jeder, der mir begegnet, darüber nachdenkt, was wirklich wichtig ist"


Das sagt Naomi bevor sie ihre Reise über den Regenbogen antritt, um geboren zu werden, und stammt aus dem Buch "Regenbogenkind" von Edith Schreiber-Wicke aus dem Thienemann Verlag. Naomi wird dann als Kind mit Down Syndrom geboren...übrigens ein bezauberndes Buch.

Und damit viele die Gelegenheit haben, drüber nachzudenken, gibt es den WDST und natürlich auch wieder Poster ;-) Bisher konnte ich mich noch nicht entscheiden, aber mein Favorit ist die Hängematte..was meint ihr?




Ich wünsche Euch noch ein schönes Wochenende! 

Die Fotos sind übrigens diese Woche bei einem Shooting entstanden, welches ich zum Geburtstag bekommen hab :-) wenn ihr noch mehr davon sehen wollt klickt hier ...gemacht hat die Bilder Rebecca von Studioline Stuttgart, es war ein tolles Erlebnis (ja ja.. das ist unbezahlte Werbung :-D)

Und noch ein kleiner Minizusatz: Google + wird ja eingestellt und ich weiß ja dass einige von euch mir darüber folgen...wenn ihr also auch in Zukunft nix von uns verpassen und euch die Dosis A-Team ab und zu fehlen würde, habt ihr hier -> am Rand (nur am PC sichtbar) die Möglichkeit, den Blog zu abonnieren ;-) 


...ich warte auf Euch ;-)



Sonntag, 23. Dezember 2018

Oh Bamberbaum ...


Morgen feiern wir schon Weihnachten und wir haben diesen Advent wirklich ruhig aber intensiv erlebt.

 Agnes hat in der Schule so viele tolle Sachen gebastelt, viel gesungen, wir haben zuhause wenig aber gemeinsam dekoriert, ich durfte auch manchmal mitsingen und an meinem Geburtstag ist eine "Alexa" bei uns eingezogen, jetzt haben wir öfter Party ;-)

 Agnes sagt auch schon: Alexa, Röschen :-D (sie möchte das Dornröschen Lied hören). Ich werde jetzt jeden Morgen mit :"Guten morgen liebe Astrid, Du bist wunderbar und ich wünsche Dir einen tollen Tag, es herrscht mal wieder viel Verkehr auf Deinem Arbeitsweg und die Temperaturen liegen bei 7 Grad" geweckt :-D Das perfekte Spielzeug für mich..

Hier kommen noch ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Der Nikolaus war dieses Jahr wieder bei uns und wir hatten zusammen mit den Nachbarn einen ganz tollen Abend :


Wir waren mal wieder beim Club21 und Agnes durfte reiten:




Höchste Konzentration beim Ausschneiden..die Idee bei der Nachbarin "geklaut" und dann ging`s los:



Quatschkopf... :-D


Das hat sie in der Schule gebastelt:


Überraschungspost aus Salzburg...



Alles in der Schule getöpfert, gemalt, geschnitten, Schokocrossies gemacht...:



nochmal Überraschungspost, diesmal aus Passau : 


Für Agnes war ein Lego Weihnachtszug dabei den sie gleich zusammen gebaut hat:


Am Freitag hatten wir den letzten Arzttermin, die halbjährliche Blutabnahme zur Kontrolle der ganzen Werte wie Schilddrüse, Leukozyten, Zöliakie usw..sie hat es so super gemacht, die Ärztin war aber auch tiefenentspannt und hat mit ihr Weihnachtslieder gesungen :-D

Im Anschluss fand dann der Gottesdienst mit der Schule und dem dazugehörigen Kindergarten statt, er war so schön gestaltet, Agnes durfte einen Engel an den Baum hängen. Ich hatte Gänsehaut als all die Kinder mit unterschiedlichen Handicaps gesungen und gebärdet haben. 


Morgen fahren wir zu meiner Familie heim, freuen uns auf die gemeinsame Zeit und den traditionellen Hackbraten ;-) 

Wir wünschen Euch ein friedliches Weihnachtsfest, bleibt`s oder werdet schnell gesund, ein tolles neues Jahr 2019! Schön dass ihr uns begleitet.....