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Sonntag, 12. Oktober 2014

Nr. 12 von 31for21....wie ist das denn mit der Sprache...

Nein, keine theoretische Abhandlung über den "Spracherwerb bei Kindern mit Trisomie 21" :-) Am Anfang hab ich ziemlich viel gelesen und WIR sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass wir es auf uns zukommen lassen ;-) Es gibt so viele Therapien wie es Logopäden gibt, Konzepte zum frühen Lesen, das Intensiv-Therapiezentrum in Baiersbronn von Frau Iven, das GuK System, Schau doch meine Hände an usw....

Für uns als Familie passt es nicht, ein streng geregeltes Therapiepensum absolvieren zu müssen, und den Spruch "Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht, aber man kann es düngen" finde ich da schon passender.

Agnes bekam schon von Anfang an Lieder vorgesungen, Geschichten erzählt, Dinge werden benannt wenn man sie sieht oder tut, genauso wie man das mit jedem Kind macht und so wie ich es auch bei meinem Großen gemacht habe.

Das erste Wort das sie sprach war"Aya" (Maya, unsere Katze) gefolgt von  "Ba" (Ball), dann "Haaa" (Haare), "Akn" (Agnes), "Papa" (Papa, Mama, Oma, Opa), "Bau" (Bauch), "Pape" (Puppe) und jetzt "Eis" (ohne Erklärung :-))

Auf "Mama" warte ich wirklich noch, aber ich weiß dass sie mich kennt und mich meint (manchmal).

Seit einiger Zeit merken wir wie sie alle Wörter richtig aufsaugt und erzählt beim Buch anschauen, sie singt mit und benutzt mehr Gebärden wie z.B. für Haus und Dach, malen, waschen, Zähne putzen und ..ja ..Eis..

Wir gehen einmal pro Woche zur Logopädin, das macht ihr total viel Spaß und wir bekommen sehr viel positive Rückmeldung über ihre Fortschritte. Noch mehr Spaß macht ihr singen. Favorit ist "goo" (let it go aus Disneys Frozen bzw. Eiskönigin) , ich hab Hände sogar zwei, auf der grünen Wiese steht ein Karusell und das Krokodil vom Nil. Wir messen die Entfernungen von einem Ort zum anderen nicht mehr in km, sondern in "goo"- Abspielungen :-)...gut dass dieses Lied wirklich nicht anfängt zu nerven.
Aber seht selbst:


Habt einen schönen Sonntag und genießt die Zeit miteinander,

Eure Frau Rumpel

Freitag, 12. September 2014

Leise Veränderungen und KUGEL-Studie

Hui, was für eine Überschrift :-)..

So ganz heimlich still und leise ist aus unserem Baby ein Kleinkind geworden. Es fällt einem selber wahrscheinlich später auf, da man ja jeden Tag mit seinem Kind zusammen ist, aber dann bemerkt man plötzlich, dass sie anders spielt, anders kommuniziert und so viel zu sagen hat. Agnes versucht momentan viel nachzumachen, sie äußert ihre Wünsche schon direkter und vor allem Gebärden werden immer häufiger benutzt. Deshalb ist das Wort mit drei Buchstaben für gefrorene Milch in verschiedenen Geschmacksrichtungen TABU! Sie betet den Kühlschrank an, zieht sich an der glatten Oberfläche hoch und versucht mit allen Mitteln ans Eisfach zu kommen. Es muss doch funktionieren..von welcher Ausdauer sie ist brauch ich glaub nicht zu erwähnen ;-)


Sie sieht schon richtig wie ein Kindergartenkind aus, oder?



Sie spielt mit anderen Kindern ohne Haare ziehen...




Sie singt zu "Let it go" von Frozen- die Eiskönigin als wäre sie mittendrin..





Ihre neue Leidenschaft, das Malen...




Ansonsten immer in Bewegung...

So, deshalb musste ihr Zimmer, also quasi unsere gesamte Wohnung "ausgemistet" werden. Alle Babyspielsachen kamen weg, Puppenecke erweitert und alles etwas aufgelockert damit mehr Platz ist.

Meine Vorstellung war ja diese:



oder auch so: 




Hmmm..es fehlte dann aber doch am Platz ;-)

Aber was ist die KUGEL- Studie? Nein, das hat nix mit "rumkugeln" zu tun, wie wir es manchmal am Sofa machen, KUGEL steht für :

Kommunikation unterstützende Gebärden - ein Eltern - Kind- Programm

und wird vom FRIZ , Frühinterventionszentrum in Heidelberg angeboten.

HIER gibts noch mehr Infos

Wir haben die Info über die Frühförderstelle in Schorndorf bekommen und da Agnes genau in die Zielgruppe passt, wir manchmal nicht wissen wie wir ihr helfen können, besser zu kommunizieren und Heidelberg nicht so weit weg ist, haben wir uns bereit erklärt, mitzumachen.

Heute war die erste Voruntersuchung dran, die Sprachentwicklung. Nächste Woche gehts um die Gesamtentwicklung, also auch motorisch. Dann wird ausgelost in welche Gruppe wir kommen 
( Intensivtraining am Wochenende oder mehrwöchiger Kurs) und im November gehts richtig los.

Agnes hat es heute viel Spaß gemacht, man merkt richtig, wie sie lernen/ spielen will und Neues erfahren möchte. Sie hat sich lange konzentriert und wie sie da am Tisch saß war ich schon mächtig stolz.

Jetzt hab ich nur noch eine wichtige Aufgabe...ich MUSS irgendetwas basteln, wo ich Tablet, Puppe, Schäfchen, Trinkflasche, Duzi, Salzbrezelschüsselchen und Bilderbuch so befestigen kann, dass ich es während der Autofahrt, wenn es hinter mir ZUFÄLLIG runterfällt und unter meinem Sitz landet so dass ich es auch unter größten Verrenkungen nicht hervorziehen kann wieder in Reichweite von Agnes bringen kann...Jemand Ideen???

Wünsche Euch ein schönes Wochenende,

Eure Frau Rumpel


Freitag, 22. August 2014

Besuch in der Wilhelma

Wir haben es nach über einem Jahr wieder versucht...ein Besuch in der Wilhelma. Der Tiergarten ist bei uns ja fast vor der Haustür, nur hat es Agnes letztes Jahr keinen Spaß gemacht. Sie hat zu wenig gesehen, zulange im Buggy sitzen war nicht schön, es hat sie einfach noch nicht interessiert...

Aber jetzt hält sie nichts mehr ;-) bei den Schafen hatten wir den Eindruck, sie würde am Liebsten jetzt sofort loslaufen und alle einfangen:






Und die Kühe fand sie auch toll:



..und die Ziegen..


..und die Stachelschweine..


...und natürlich das EIS : 





Chillen mit Papa ist natürlich auch klasse...






Alles in Allem ein toller Ausflug, super Wetter und viel Spaß...dazu passt irgendwie dieses Lied:


Du bist Du - keine Laune der Natur...

In diesem Sinne wünschen wir euch ein ganz tolles Wochenende mit viel Sonnenschein :-)


Donnerstag, 8. Mai 2014

Agnes auf Mission oder nix passiert ohne Grund..



Ach herrje..so würde Winnie Pooh sagen wenn er bemerkt dass seit 2 Monaten hier nichts passiert :-) Also es ist ja nicht so, dass nichts passiert und langweilig wirds eh nicht, aber manchmal hab ich ein kreatives Loch bzw. läuft meine Kreativität in anderen Bahnen oder meine Motivation versteckt sich grad irgendwo....

Das Wetter ist ja sehr wechselhaft und so nutzen wir jede Gelegenheit, um nach Draussen zu gehen. Agnes hat jetzt das Bobby Car so richtig entdeckt, sie ist wirklich schnell, nur Lenken macht sie noch mit dem ganzen Körper, indem sie das Auto hochreißt und dabei kräftezehrend stöhnt..nicht dass es jemand übersieht wie sehr sie sich anstrengen muss. Hier ein kleines Filmchen:

 

Die Richtung gibt natürlich sie vor, wie bei allem. Der Weg ist toll, da kaum Autos fahren, er eben ist und man am Kindergarten vorbei kommt. Agnes wird dort ab November aufgenommen, nach ihrem 3.Geburtstag. Wir waren schon zum Schnuppern dort, und sie fühlte sich gleich richtig wohl. Beim Abschiedslied setzten sich alle hin, damit Agnes auch mitmachen konnte..toll!


Dann sind wir grad mitten im Wahlkampf, Herr Pumpel kandidiert für den Gemeinderat, und Agnes hilft fleißig, Stimmen zu sammeln. Ihr größtes Anliegen: Eis für alle !!!



Listenplatz 14 







Wenn sie dann noch Zeit hat, gräbt sie den Sandkasten um oder hüpft Trampolin. Wir haben noch kein Eigenes, aber Freunde besitzen ein 3 Meter Trampolin und so ausdauernd hab ich Minirumpel noch NIE gesehen..


Jetzt aber zurück zur Mission..ich bin ja ehrlich gesagt nicht so wirklich der Typ Mensch, der morgens gutgelaunt und voller Elan aus dem Bett springt, mit einem lauten Lachen und Vorfreude den Tag begrüßt. (Ich beschreib jetzt nicht im Detail wie "Oma Kräckel" ihre Knochen früh aus den Federn schwingt ;-) )

Nicht dass ich nicht fröhlich bin, aber ich denke halt sehr viel..ob das immer produktiv oder besser gesagt sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt, aber den Knopf zum Ausschalten hab ich noch nicht gefunden. Ich hab tausend Dinge gleichzeitig im Kopf, To-Do Listen, bin der Meinung, wenn ich schnellstmöglich alles erledige, was zu erledigen ist, hab ich DANN mehr Zeit..nur..wann ist denn DANN??? Kommt irgendwann ein kleines Vögelchen auf meine Schulter und flüstert mir, dass jetzt meine "gesparte" Zeit anfängt? Ab sofort ist alle Wäsche gewaschen, verräumt, es gibt kein dreckiges Geschirr oder Fussböden mehr, Papierkram erledigt sich von selbst, ich kann endlich die Dinge tun, die ich immer schon machen wollte? Hmmm..ich glaub nicht...deswegen hab ich hier einen kleinen Wirbelwind, der mir jeden Tag zeigt, was wirklich wichtig ist.
Raus gehen, Menschen treffen, Bücher anschauen, lachen, tanzen, singen und endlich das Grübeln aufhören.

Gestern z.B. wollte ich noch unbedingt in einen Stoffladen, weil ich mich an einem Dirndl versuchen will (die von der Stange passen nicht, entweder in der "Höhe" oder "Breite" :-D) und bis Montag sollte es fertig sein , ich hatte noch eine halbe Stunde, um durch den Feierabendverkehr zu kommen, Parkplatz zu finden und Agnes davon zu überzeugen, im Buggy sitzen zu bleiben und sich nicht dauernd abzuschnallen. Wir haben es geschafft, Einkauf erledigt, da höre ich eine Stimme: "ach Gott ist die süüüüß, ich hab gehofft, sie kommen nochmal vorbei, ich hab sie vorhin vorbeilaufen sehen". Eine junge Frau kniet sich zu Agnes runter, fragt, ob sie sie mal knuddeln dürfe, Agnes lacht und strahlt, will ihr sogar vom Müsli Riegel was abgeben, hebt die Arme, die Frau frägt ob sie sie nehmen darf und ihr den Laden zeigen darf. Klar, warum nicht? Beide haben ihren Spaß, sie sind jetzt Freundinnen, wie "Meli" sagt und wünscht sich, dass wir öfter vorbeikommen.

Keine 10 Minuten später, wir sitzen mit Eis auf einer Bank, schleichen sich 2 Mädels ran, fragen, ob das die Agnes ist..Es stellt sich dann raus, dass die beiden ein Referat über Down-Syndrom gemacht haben, uns damals angerufen haben ob wir ihnen nicht helfen wollen, da sie unseren Bericht in der Zeitung gesehen haben. Herr Pumpel war dann mit Agnes dort und erst letzte Woche haben wir uns gefragt, was wohl aus dem Referat geworden ist. Sie haben sich so gefreut, sie wiederzusehen, waren so schüchtern und Agnes hat sie lautstark begrüßt.

Dann gibts noch ein paar ältere Leute aus unserer Stadt, die sich auch schon von Weitem freuen, wenn sie uns sehen (wohl mehr über Agnes als über mich),da werden Gehstöcke geschwungen, Strassen überquert, nur um kurz die Hand zu schütteln...vor ein paar Tagen sagte eine ältere Dame zu mir, sie freue sich immer so, wenn sie uns sieht, wie Agnes winkt, lacht und fröhlich ist. Es sei zwar schade um sie, aber sie mache schon ihren Weg...Hmmm..ich schlucke kurz, die Denkmaschine läuft wieder an, "schade um sie"...wieso? Weil sie behindert ist? Ich glaube, Agnes bringt soviel Freude unter die Menschen, da ist es nicht "schade um sie"...aber ich will das auch nicht auf die Goldwaage legen, es ist ja nicht böse gemeint.

So, jetzt seid ihr wieder auf dem Laufenden, hier beginnen bald die Reisevorbereitungen für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten..

Wir wünschen Euch eine gute Zeit, bis bald

Eure Frau Rumpel