Posts mit dem Label Papa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Papa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 19. Juni 2019

the circle of Life...



…der Kreislauf des Lebens...

Gestern war so ein Tag an dem mir wieder sehr bewusst wurde, wie kostbar unser Leben ist und dass es nicht unendlich ist.

Gestern hätte mein Papa Geburtstag gehabt, schon zum dritten Mal konnten wir ihn nicht mehr feiern. Trotzdem lebt er in meinen Schwestern und mir weiter, auch in seinen Enkeln. Er war kein Mann vieler Worte, saß selten still. 

Umarmungen mochte er nicht, oder konnte es nicht zeigen. Seine Generation wurde ja noch ganz anders erzogen, da zeigte man keine Gefühle, musste stark sein. Aber wenn er etwas sagte, dann war das ehrlich. 

Als ich ihn das letzte Mal sah, hab ich ihn umarmt, vielleicht hat er es unbewusst wahr genommen. Ich bin dankbar für alles was meine Eltern mir ermöglicht haben, vieles was sie mir früher gesagt haben, wollte ich nicht hören oder verstehen. 

  Es heißt ja auch:
 Man kann das Leben nur  rückwärts verstehen,
 leben muss man es vorwärts…

Ich habe es ihnen oft nicht leicht gemacht, zuerst war ich ein Trotzkopf, wenn es um 12 Uhr kein Mittagessen gab, ging meine Welt unter. In der Pubertät wusste ich oft nicht wer oder was ich bin, mit 19 dann meine „Auswanderung“ nach Rhodos, ein Jahr später mit vielen Erlebnissen und schwanger zurück…immer auf der Suche nach meinem Platz im Leben.

So wie Simba, der König der Löwen. Er musste auch erst seinen Platz finden und entdecken, wer er ist. 

Ich glaube nicht an Zufälle, normal muss man bei "meinem" Tattoo- Künstler mit ein paar Wochen Wartezeit rechnen, letzte Woche spontan gefragt da ich diese Woche etwas Zeit für mich hatte und für gestern einen Termin bekommen! Dieses Motiv hab ich schon länger im Kopf, es bedeutet mir sehr viel und jetzt ist es noch viel mehr eine Erinnerung an meinen Papa. 
so sieht es "roh" aus...


und nach ein paar Stündchen so...unglaublich wie toll es geworden ist, oder?
dazu gab`s noch den Soundtrack vom Film im Hintergrund :-)
 

 Wenn ihr auch am Überlegen seid, kann ich euch Benny nur empfehlen, 100% hygienisch und professionell... hier findet ihr ein paar Infos über paintfull oder fragt einfach mich ;-)
 

„Von Geburt an beginnt das Erlebnis
Wenn wir uns zur Sonne drehen
Es gibt mehr zu sehen, als man je sehen kann
Mehr zu tun, so viel mehr zu verstehen
Das Leben hier ist ein Wunder
Alles neu
Alles endlos und weit
Und die Sonne zieht leis' ihren goldenen Kreis

 Führt Groß und Klein in die Ewigkeit“

(Tim Rice/Elton John)

Donnerstag, 25. Mai 2017

Zum Vatertag...

Hier klafft eine riesige Lücke..und damit meine ich nicht nur den Blog, nein, in meinem Leben und nicht nur in meinem. Mir fehlten in den letzten Wochen die Worte, ich wollte so vieles schreiben, aber die Erde stand still und immer wieder ganz plötzlich hört sie auf, sich zu drehen.

Heute nachmittag stand ich am Neckar und sah wie sich die Sonne im Wasser spiegelte, wie Enten drauf schwammen und Blätter im Wasser trieben. Plötzlich war ich in meine Kindheit zurück versetzt, das Wasser sah aus wie in Waging am See, dort machten wir öfter Urlaub. Familienurlaub mit baden im See, Eis essen im Kurhausstüberl, Minigolf spielen, geräucherter Fisch abends am Ufer und Butter mit Muster vom Bauernhof nebenan. Abends machten wir oft einen Spaziergang durch den Ort, neben unserer Ferienwohnung war ein Elektro Laden, im Schaufenster stand ein Fernseher auf dem "das Fussballspiel der Tiere" in Dauerschleife lief.

So viele schöne Erinnerungen...




Ich kann nicht über neue Erlebnisse schreiben, bevor ich nicht versuche, Worte zu finden für dieses Gefühl, das eigentlich unbeschreiblich ist.

Mein Papa ist am 04. April mit nur 71 Jahren gestorben. Unerwartet, plötzlich, zu schnell. Dieser Fels in meinem Leben auf einmal weg. Er hat zusammen mit meiner Mama so viel aufgebaut, jeder am Ort kannte ihn, er war mit niemandem im Bösen auseinander gegangen.

Dieses Jahr hätten sie goldene Hochzeit gefeiert. Unvorstellbar dass von heute auf morgen das Haus leer ist wenn man nach Hause kommt, dass man nicht mehr erzählen kann was den ganzen Tag über passiert ist. Über 50 Jahre zusammen gelebt, Höhen und Tiefen durchgestanden, eine Firma aufgebaut, 3 Mädels großgezogen..und das will was heißen..

...wobei großgezogen relativ ist, ich bin die Älteste und Größte, meine Schwestern wurden dann immer kleiner ;-)

Ich bin so dankbar für die ganzen Erinnerungen, für das letzte Telefonat, dass ich nicht gesagt habe ich ruf morgen an, dass es nichts Unausgesprochenes gab...

Man verschiebt so oft etwas auf später, oder man denkt man muss es nicht sagen dass einem jemand wichtig ist oder dass man dankbar ist für das, was jemand für einen getan hat, der andere weiß es doch auch so. Ich denke, man kann es nicht oft genug sagen, nicht nur an den "Feiertagen". Egal wie viele Kilometer zwischen euch liegen, trefft euch, unternehmt etwas gemeinsam..irgendwann ist die Entfernung so groß dass man nicht mehr hinfahren kann und Telefon gibt`s da oben auch nicht.

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass er jetzt von oben zusieht und bei uns ist, dass er in uns allen weiterlebt.

Diese Zeichnung habe ich immer bei mir, mein Vater konnte den Papagei in einem Zug zeichnen und das ist das erste, an was ich mich erinnern kann, was er für uns gemalt hat.




Ich wünsche Euch dass ihr noch ganz viel Zeit mit euren Vätern (und natürlich auch mit euren Müttern) verbringen dürft und ganz viele schöne Erinnerungen schafft...



Dienstag, 20. Oktober 2015

#20..heute ein besonderes Interview..

Ich habe euch ja am Anfang vom Oktober erzählt dass es ein besonderes Interview geben wird. Here we are ;-) Heute kommt mal der Papa zu Wort. Es hat Spaß gemacht und dabei hab ich auch noch etwas Neues erfahren..

Herr Pumpel, ich darf  dich kurz vorstellen: 34 Jahre alt, Postzusteller, Küchenchef und Eventmanager im Küferstüble, verheiratet mit der bezaubernden Frau Rumpel und Papa der laut deinen Aussagen "perfektesten" Tochter der Welt, von Agnes. Wenn man dich nach den Säulen deines Lebens frägt, musst du nicht lange nachdenken: Familie, Reisen, Sport, Musik, Disney und kochen. Hier also deine Fragen:

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnose?

Ich habe es erst nicht geglaubt, denn das hab ich nicht bestellt! 
Der zweite Gedanke war dann: was bedeutet das medizinisch, leidet sie unter etwas? Wenn nicht, dann passt`s.



Was wusstest du über das Down Syndrom, bzw. kanntest du jemand der DS hat?

Ich wusste absolut nichts darüber, musste mich erstmal bei Wikipedia einlesen. Ich hatte gar kein Bild im Kopf, kam vorher noch nie in  Berührung mit  der Trisomie 21.

Wie hast du dich bei der Geburt gefühlt?

Ich war einfach nur überglücklich und stolz, vor allem weil sie gleich gewunken hat als sie geboren war und mich mit großen Augen ansah.Ich habe sie in meinen Armen gehalten und ihr gesagt, dass ich immer auf sie aufpasse, und in dem Moment sah ich einen kurzen Blickkontakt der Hebamme und der Ärztin, darauf hin ein kurzes Nicken der beiden zueinander, so als ob sie sich gegenseitig etwas bestätigen wollen. Im Nachhinein denke ich dass sie gesehen haben dass Agnes eine Besonderheit hat, aber in dem Moment sagte noch niemand etwas zu uns.

(Davon hab ich zum Ersten mal gehört)
Wie war für dich die erste Zeit nach der Geburt? Hattest du Ängste oder warst du traurig?

Ich war schon angespannt, aber nur wegen dem Herzfehler.Das hat sich erst gelegt als wir in ein anderes Krankenhaus verlegt wurden und uns der Kinderkardiologe aufklärte und meinte, dass es mit einer OP erledigt sein müsste.



Hast du dir Agnes schon mal ohne DS gewünscht? 

Nein, noch nie! Für mich ist Agnes so perfekt wie sie ist. Was ich mir wünschen würde wäre dass sie keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch ihr zusätzliches Chromosom hat.



Über 90% der Kinder werden abgetrieben wenn in der Schwangerschaft die Trisomie 21 festgestellt wird. Cord Groß, Papa von Torin, einem Jungen mit DS hat eine Kampagne gestartet, die auch von Prominenten unterstützt wird, z.B. Jürgen Vogel. Sie heißt: VÄTER SAGEN JA, und er möchte bewirken dass Väter sich für ihr Kind entscheiden, er will zeigen dass das Leben mit seinem Sohn Spaß macht. Du unterstützt auch diese Kampagne, warum?

Schaut euch doch einfach mal die Agnes an, welche Lebensfreude sie ausstrahlt, welches Glück sie nicht nur in unser Leben bringt, die Welt wäre um einiges ärmer und weniger fröhlich ohne sie.



Machst du dir Gedanken über ihre Zukunft?

Wenig, auf alle Fälle nicht so viele wie du ;-)

Was würdest du ihr für die Zukunft wünschen?

Ich wünsche mir dass sie nicht schräg angesehen wird, dass sie akzeptiert wird so wie ist sie, das sie kein "Downie" ist sondern die Agnes. Ich könnte mir gut vorstellen dass sie später im Kindergarten, Krankenhaus oder in einem Seniorenheim arbeitet. Solche Menschen sind wertvoll für die ganze Gesellschaft, vor allem im sozialen Aspekt.

Was glaubst du war bisher die größte Hürde in ihrem Leben?

Für sie gab es bisher glaub ich keine große Hürde. Allgemein für uns als Familie würde ich sagen die Kindergarten Geschichte. Der Start hat uns brutal gezeigt, wie groß die Kluft ist zwischen reden, wie toll alles ist und dass man ja nix gegen Behinderungen bzw Inklusion hat und dem tatsächlichen Handeln, wie viele Ängste es da noch gibt.



Was würdest du einem werdendem Vater von "Mann zu Mann" sagen, wenn er erfährt dass sein Kind das Down Syndrom hat?

Halt dich fest, schnall dich an, freu dich auf dein Kind! Sei offen, hab Mut, lass dich nicht von anderen beeinflussen. Nimm dein Kind so wie es ist und ganz wichtig: freu dich auf viele Umarmungen! 



Welche besonderen Momente gab es schon mit deiner Tochter?

Toll finde ich es wenn ich morgens in ihr Zimmer komme, sie ihre Hände nach mir ausstreckt und Papa Papa ruft und mich dabei anlächelt.
Und wenn sie erkennt dass es einem nicht gut geht, sie dann herkommt und einen streichelt und sagt: wieder gut??
Und natürlich alle Vater-Tochter Ausflüge, dann bin ich einfach nur der stolzeste Papa der Welt!