Samstag, 25. August 2018

Außergewöhnlich gut leben...

...Außergewöhnlich gut reisen..

So heißt eine Rubrik auf der Seite von Marion Mahnke, Pädagogin, Coach und Mutter dreier Kinder, darunter auch ein "außergewöhnliches " Kind. Bei ihr könnt ihr übers Telefon oder Skype auch aus der Ferne eine Beratung mit lösungsorientiertem Ansatz buchen.

Sie hat mich gefragt ob ich einen Gastbeitrag über unsere Reisen schreiben möchte und da bin ich natürlich gleich dabei ;-)

Das ist ein  Bild unserer erster USA Reise...
unglaublich dass wir das gemacht haben 




ich glaube sie war die jüngste Passagierin auf einem Disney Schiff ever...

da war sie dann schon größer und hat aktiv mit eingekauft ;-)


Da ist alles a bisserl größer als bei uns ...




Hier kommt ihr direkt zum Beitrag


und hier könnt ihr noch mehr über Marion und ihre großartige Arbeit lesen..

Vielen lieben Dank dass ich was dazu schreiben durfte und ich freue mich schon über die anderen Reiseberichte :-D


Freitag, 17. August 2018

Tiefenentspannt...

...wäre ich so gerne..schließlich haben wir seit einer Woche Urlaub..kein Stress früh morgens, kein "Agnes komm wir müssen los", kein Hetzen in den Kindergarten, keine Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit die weder blinken noch in irgendeiner Weise den Verkehr behindern usw...

Für die Schule ist alles vorbereitet, am 13.9. ist die Einschulung, am nächsten Tag geht es gleich richtig los mit Busfahrt (alleine) und bis Mittag Schule. Die OP ist geplant, alle Voruntersuchungen abgeschlossen (am 6.9. werden die Mandeln verkleinert, Polypen kommen raus, Trommelfellschnitt wenns geht ohne Paukenröhrchen wegen den Hörgeräten die sie wahrscheinlich bekommt und eine BERA wird in der Narkose gleich mitgemacht damit man endlich weiß was sie wirklich hören kann) und am Sonntag fahren wir für ein paar Tage nach Oberösterreich.

Was mich den ganzen Tag auf Trapp hält ist dieser kleine Wirbelwind...hier mal ein paar "Meilensteine" bzw neue Sachen die sie kann:


  • im Schwabenpark von einer Minute auf die andere die Richtung wechseln, zielstrebig zum großen Piratenschiff, an der Schlange vorbei, mit wildfremden Menschen einsteigen und alleine mitfahren. Als ich sie mich entdeckte winkte sie nur fröhlich und sagte: Mama, ja da isse ja...während der Fahrt dann noch alle anderen animieren die Hände hochzureissen
  • den Kühlschrank und Gefrierfach alleine plündern (hab jetzt ein"Schloss" dran gemacht)
  • früh um 6 (ist wahrscheinlich jammern auf hohem Niveau..könnte ja auch schon um 5 sein) mit ihrer "Echo- Kuh" an meinem Bett stehen. Die Echo- Kuh ist ein niedliches Plüschtier mit einer tollen Technik drin, sie wiederholt alles was man sagt mit verzerrter Stimme in einer ziemlich hohen Lautstärke, die man nicht verstellen kann...
  • um 7 Uhr auf Pommes bestehen..und wenn ich sage "bestehen" meine ich das auch so..50 Wiederholungen sind da gar nix..und dann schmollen wenn es keine gibt (ich Rabenmutter)
  • meine Sachen verstecken hat sie auch perfektioniert..kannte ich vor ein paar Wochen noch die gängigen Verstecke steh ich jetzt meist ratlos im Bad und suche meinen Kamm..hab da zwar inzwischen 3 gleiche davon weil dann noch mal wieder einer auftaucht (im Drucker zb...) aber wenn`s  pressiert  finde ich keinen!
  • sich alleine anziehen, zwar nicht ihre Sachen und da wo sie hingehören, aber hey...sie hat da schon ihren eigenen Stil gefunden. Es gibt zwar wieder Sitzstreik wenn ich sie nicht mit meinem Nachthemd in die Öffentlichkeit gehen lasse, aber die dauern nimmer so lang ;-)
  • das Tor in der Tiefgarage alleine öffnen...damit erhöht sich die Anzahl ihrer Fluchtwege..also mal schnell nach der Wäsche im Keller schaun ist nicht mehr..
  • den Tisch alleine decken..für 5-6 Personen..auch früh um 6 ...
  • Befehle in 3-4 Wortsätzen erteilen, was ihnen mehr Ausdruck verleiht..auch gerne in mehrfacher Wiederholung..."Anes Wasser gehen", "Brot, Butter, Wuuuust esse", "MAMA KOMM HER!!"
Einzeln betrachtet eigentlich keine großen Sachen, geballt aber manchmal wirklich anstrengend. Ich freue mich ganz ehrlich über jeden Fortschritt ihrer Selbstständigkeit, für mich heißt das aber jede einzelne Minute aufmerksam sein, Gefahren im Vorfeld erahnen können und alle Eventualitäten im Kopf haben. Ein Ding der Unmöglichkeit...Da wünsch ich mir manchmal ein zweites paar Augen oder Hände, werden mir aber wahrscheinlich nicht mehr wachsen :-D

Diese Woche hab ich mich (kurz) mit einer anderen Mama unterhalten, sie hat die Szene im Schwabenpark beobachtet und gelacht. Ihr Sohn ist erst 5, auch mit Down Syndrom und sie hat sich schon überlegt mit ihm zum Tierarzt zu gehen und ihm einen Chip einsetzten zu lassen. (War ein Scherz..) Es gibt schon so GPS Chips oder Uhren, nur kann man die sehr leicht entfernen. 

So, genug gejammert ;-)  Es gibt natürlich auch entspannte Momente. Hier ein paar Eindrücke der letzten Wochen:

Ausmalen...


Auszeit für mich im Schwarzwald ...


Sehr idyllisch oder? Was ihr nicht sehen könnt ist mein hochroter Kopf, hechelnd wegen der Hitze (und vielleicht auch wegen meiner fehlenden Kondition..heißt das so?? ) und meinen leichtfüßigen Gang wie Oma Kräkel da sich meine Hüften beschwert haben...aber es war wirklich wirklich schön ;-) 

stolze Anprobe ihres Schulranzen (der jeden Tag ein- und ausgeräumt wird)


kleine Showeinlage im Wartebereich des Krankenhauses...


immer noch unser Lieblingselement..


Heimatbesuch mit erster Schultüte auspacken..


im Schwabenpark ...



 ...nach 3x Piratenschiff bin ich fertisch...


Heute hab ich versucht sie mit Tanzen auszupowern..ich war letzte Woche im zweiten Teil vom Kinofilm "Mamma Mia" und seitdem läuft die Musik von ABBA wieder häufiger. Den Film müsst ihr sehen! Seitdem hab ich eine Sehnsucht nach 70er Jahre Klamotten und wehenden Haaren :-D Ratet wer nach einer Stunde aufs Sofa plumpste :-D 

Den Koffer haben wir schon aus dem Keller geholt, Auto ist vollgetankt, Packliste geschrieben, es kann losgehen. Ich wünsche Euch allen noch schöne Ferien/ Urlaub, kommts gsund wieder!








Sonntag, 8. Juli 2018

Special day for special kids...

...oder wer macht als erster Schlapp im großen Piratenschiff :-D

Vor ein paar Wochen wurden wir von verschiedenen Seiten auf die Aktion der Schatzkiste e.V. aufmerksam gemacht. Der Verein "Schatzkiste" besteht aus einer tollen Truppe engagierter und energiegeladener Optimisten, die es sich seit 2014 zum Ziel machen, Kindern mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung eine Freude zu machen (mal so grob gesagt).

Jetzt haben sie ein Mammut Projekt organisiert, und zwar war am Freitag  ab 16.00 Uhr der gesamte  Schwabenpark nur für "special kids" und ihre Familien reserviert. Jedes Kind bekam ein eigenes T-Shirt, dufte sich einen Heliumballon aussuchen, es gab einen Bus- Shuttle und es waren genügend Ärzte und Sanitäter vor Ort für den Fall der Fälle.


Beim Eingang gab es zwar eine lange Schlange, was Agnes aber überhaupt nicht gestört hat. Sie fing an, die um uns herum stehenden per Handschlag zu begrüßen, bald sahen wir bekannte Gesichter und schon wurden wir von Timi, dem Maskottchen der Schatzkiste begrüßt. (Der Affe vom Schwabenpark durfte natürlich auch nicht fehlen..) :



Weiter ging`s  zur T- Shirt Ausgabe..



Dann gab`s kein Halten mehr...Tassenkarussell, Traktoren, Märchenfahrt auf dem Wasser, Bob Bahn, Mini (minimini) Achterbahn...das ist die bei der ich mir immer die meisten blauen Flecke einfang ;-) Die Wägen sind halt nicht für fast 1,80 m große, wohl proportionierte Menschen konzipiert..aber ich pass rein :-D)






Je höher und schneller umso größer der Spaß für Agnes, mein Magen sagt aber nach 3x Piratenschiff : schnell raus !!!!!  Da genieße ich doch mehr die ruhigeren Sachen

 Die Remsi haben wir auch getroffen, das ist das Maskottchen der Remstal Gartenschau 2019


Gold schürfen kann man seit Kurzem auch, und wenn ihr Euch wundert warum Agnes mal ihr rosa Shirt anhat, dann wieder das leuchtend türkise der Schatzkiste, das war so...:

neues Shirt kratzte ihr nach 1-2 Minuten da ich Rabenmutter  vergessen hatte meine Haushaltsschere in den Rucksack zu packen, also musste ihr Shirt wieder angezogen werden. nach dem Wasser plantschen war das dann aber so nass dass sie dieses ausziehen wollte..Konnte dann das Etikett des neuen Shirts sanft mit bloßen Fingern entfernen so dass es nicht kaputt wurde ;-)




Glaub ich muss nicht erwähnen wer auf dem Ballon zu sehen ist...


Die Zeit verging wie im Flug, hier ein Schwätzchen gehalten, dann mal kurz die Richtung geändert, neue Bekanntschaften gemacht, Päuschen gemacht, viel gelacht und gelaufen. Um kurz vor 20 Uhr war dann Schluss mit Action, wir begaben uns ins Zelt zur Abschluss Show. Ich war zwar kurz am Überlegen, ob wir nicht heim fahren sollten, aber Agnes hat dann schnell beschlossen: Nein!



Und das war auch gut so. Eine Kindertanzgruppe hat zu den Liedern von Disneys Vaiana getanzt, und die kennt sie ja alle auswendig. Es war so eine tolle Stimmung, der Zauberer hat auch alles gegeben und zum Schluss sangen alle das "Flieger- Lied" und sie war 100% dabei. 

Die Stimmung an diesem Tag war so ganz anders als sonst..so viele lachende und fröhliche Menschen habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Es wurde zugewunken, es gab keine komischen Blicke, es wurde beim Ein- und Aussteigen geholfen, es war...schwer in Worte zu fassen..vielleicht trifft es : BESONDERS ganz gut..

Ein herzliches Dankeschön an die Schatzkiste und den Schwabenpark und die vielen Mitarbeiter hinter den Kulissen...ihr habt da was ganz tolles geleistet...









Montag, 25. Juni 2018

...der Countdown läuft...


Was hab ich mir den Kopf zerbrochen, mit anderen Eltern gesprochen, Schulen angesehn, über Möglichkeiten informiert, meine Meinung gewechselt ;-)


So eine Entscheidung trifft man schließlich nicht über Nacht. Diejenigen von Euch die mich persönlich kennen oder schon länger mitlesen wissen, dass ich nichts leichtfertig entscheide. Ich hatte sogar schon eine Schulrückstellung beantragt. Bei meinem Großen war das irgendwie einfacher..als es um die weiterführende Schule ging, gab es auch eine Wahl, aber da war ich doch lockerer..hätte ich damals gewusst dass er danach noch Abi macht und studiert, jetzt in ein paar Wochen ein halbes Jahr Praktikum in "DEM " größten Freizeitpark Deutschlands machen darf und hinter die Kulissen sehen darf...ich glaub ich hätte mich ganz gemütlich in meinen nicht vorhandenen Schaukelstuhl gesetzt und Tee getrunken :-D

Seit ein paar Wochen steht es allerdings fest: Agnes kommt dieses Jahr in die Schule und zwar auf ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung.

Früher sagte man dazu "Sonderschule" oder "Förderschule". Wie man das Ding jetzt auch nennt, ist eigentlich wurscht. Wichtig ist mir, dass Agnes nach ihren Fähigkeiten gefördert  und gefordert wird, selbständig wird, sich wohl fühlt und vor allem die Möglichkeit bekommt mit anderen behinderten Kindern zusammen zu sein. Auch wenn es bei mir manchmal a bisserl um die Herzgegend zwickt, die Schere zu gleichaltrigen Kindern ist merklich größer geworden. Ihre beste Freundin im Kindergarten ist knapp 5, die kleineren im Kindergarten freuen sich über ihre Umarmungen, die Großen haben andere Interessen.

Klar bin ich für Inklusion, ich weiß auch, wenn man nicht aktiv etwas dafür tut, wird sich von selbst nichts ändern. Mit Begeisterung habe ich Berichte gelesen, wo Kinder mit DS an Regelschulen sind, wie der Schulalltag dort aussieht und wie toll sie in ihren jeweiligen Klassen eingebunden sind. Ich freue mich total für diese Kinder und ich kann natürlich noch nicht wahrsagen, deshalb hätten wir es probieren können...ABER: Einzelinklusion ist in Ba-Wü nicht vorgesehen, Sammelinklusion bedeutet sie wird auch mit dem Bus abgeholt und ich hätte zur Schule die dieses Jahr dran ist keinen Bezug. Dazu mein Bauchgefühl dass Agnes da unter gehen würde...Und schließlich: Schule ist nicht ALLES! Es gibt noch genug Zeit drumherum, Inklusion zu leben.

Nachdem ich mich entschlossen hatte, lief die Maschinerie an. Es musste der Antrag auf Feststellung ihres Sonderpädagogischen Bedarfs gestellt werden, dazu waren Termine beim Augen- und HNO Arzt nötig, ein Termin zur Begutachtung auf dem Gesundheitsamt und natürlich mehrere Besuche der Kooperationslehrerin im Kindergarten. Schritt für Schritt haben wir alles abgearbeitet, das Anmeldegespräch fand statt und jetzt kommt noch ein Elternabend für Organisatorisches.

Ich hab sogar schon die Schultüte genäht (diese Nähsets kann man bei Alles für Selbermacher bestellen), sowas passiert eigentlich immer auf den letzten Drücker. Ok...der Stoff für das passende Kleidchen liegt noch unberührt hier, aber sie kann schließlich noch wachsen :-D



Im Laufe der Untersuchungen hat sich noch herausgestellt, dass Agnes wirklich nicht gut hört. Ich  habe inzwischen 3 HNO Ärzte durch. Jetzt fühle ich mich endlich gut aufgehoben. Wir wurden nach Esslingen in die HNO Klinik überwiesen. Dieser Arzt hat so eine ruhige Art, kann sehr gut mit Agnes umgehen...er hat es sogar geschafft, die Ohren von dicken Pfropfen frei zu bekommen (fragt nicht wie ich geschwitzt hab ).

Jetzt ist die OP mit Mandelverkleinerung, Polypenentfernung und Trommelfellschnitt trotzdem angesagt, ihre Atmung wird dadurch erleichtert und gleichzeitig macht man während der Narkose eine sogenannte "BERA" ( da werden die Gehirnströme gemessen und man sieht, was wirklich an Geräuschen bzw Tönen bei ihr ankommt). Danach wird entschieden, ob Hörgeräte nötig sind oder nicht.

Leider operieren sie Agnes in Esslingen wegen dem erhöhten Narkoserisiko nicht und mir wurde das "Olgäle" in Stuttgart empfohlen. Als das Wort fiel wurde mir erstmal heiß und kalt, hab da ja schon ein paar Erfahrungen gemacht...aber sie seien nun mal die Besten. Also werde ich jetzt frisch fromm fröhlich frei an die Sache herangehen und vertrauen....


Damit ich meinen Kopf frei krieg, gehen wir öfters ins "Eins und Alles" im Welzheimer Wald, hab ich glaub auch schon erwähnt ;-) Inzwischen ist es so, dass es dort WIRKLICH entspannt ist. Agnes kann laufen, klettern, traut sich immer mehr...wir entdecken immer wieder Neues, es ist ruhig, die Bäume erden mich ...nein..umarmt habe ich keinen...UND: es gibt ganz leckeres Essen!










Apropos Essen...am Freitag war das Sommerfest im Kindergarten...das dritte für Agnes..also das Buffet der Eltern war der Hammer! Ich musste mal wieder ein Tränchen verdrücken (räusper...kann da echt nix dagegen machen..und gelungen ist es mir eh nicht ;-) ), als ich gesehen hab wie Agnes mitgemacht hat. Sie hatte soviel Spaß beim singen und tanzen...aber schaut selbst:



Soo...hab jetzt glaub etwas viel rein gepackt, bei Unklarheiten wisst ihr ja wie ihr mich erreicht :-D

Kommt gut durch die Woche ;-)

Mittwoch, 6. Juni 2018

Tag 3 des Abenteuers ...

Die Nacht war so lala..ich hatte eigentlich ein großes Bett reserviert, es waren aber zwei 1,40er Betten. Normalerweise natürlich ausreichend für 2 Personen, jetzt braucht Agnes aber einfach Begrenzungen im Bett, sie liegt quer, wieder längs, Füße raus oder an die Wand gelehnt, in meinem Gesicht oder auch wahlweise tretend in meinen Bauch. Zuhause hat sie einen Rausfallschutz, wenn wir unterwegs sind stelle ich alles was möglich ist auf die eine Seite vom Bett, auf der anderen liege ich. In diesem Zimmer gab es allerdings nicht so viel zum drumrumstellen, gerade mal ein Stuhl der nicht stand hielt wenn sie dagegen bumbste. Glaub es war gegen halb 3 als ich das Zimmer umstellte, also Nachttisch auf die Seite, zweites Bett ans erste dran und alles an die Wand geschoben. Um 6 war dann auch genug mit schlafen, ab zum Frühstücksbuffet. Ich versuchte die vielen Menschen auszublenden, auch die Lautstärke, einen freien Tisch zu ergattern und irgendwie an Kaffee zu kommen. Agnes hatte keinen Hunger und war auch sonst ziemlich ruhig.

Danach sind wir in den zweiten Disney Park, die Hollywood Studios. Und da war ich dann doch etwas enttäuscht. Einige Attraktionen waren wegen Defekten geschlossen, kaum "Stars", dafür umso mehr Shops. Da holte mich doch die Erinnerung an die USA ein mit den tollen Shows, Musicals und Fahrten. Die Stimmung ist dort einfach anders, magischer....









Disney Junior on stage aber leider ohne Sophia und DocMc Stuffins...


da war sie schon ziemlich am Ende...



Agnes hat Minnie Maus, Goofy und Vaiana getroffen, und dann merkte ich schon etwas stimmt nicht. Sie lachte nicht mehr, wollte in den Wagen und schlief auch dort ein. Sie wollte "Mama Heim".
Zurück im Hotel legte sie sich aufs Bett und weinte. Dann kam das Fieber und der Schüttelfrost. Ich hab dann kurz überlegt, was ich machen soll. Noch da bleiben und hoffen dass es ihr am nächsten Tag besser geht? Oder lieber heim fahren, denn was ist wenn es schlimmer wird und ich auch krank werde? Sind ja doch 640 km zu fahren.

Ich hab auf mein Bauchgefühl gehört, alles in den Koffer geschmissen, Agnes in den Wagen und bin zur Rezeption. Ausgecheckt, ab ins Auto und los...inzwischen war es 18.00 Uhr, Tank wieder voll..

Agnes schlief schnell ein, ich stand irgendwie unter Strom. Dann sank die Tankanzeige im rasanten Tempo nach unten..noch 79 km...noch 38...und weit und breit keine Tankstelle!! Hab ins Navi eingegeben dass ich die nächstgelegene Tankstelle brauche, zwei mal angefahren, aber die hatten schon geschlossen..

Eine Toilette wäre auch toll gewesen, also bin ich auf den nächsten Rastplatz, die Tankanzeige zeigte inzwischen ----- an...schnell für kleine Prinzessinnen, dann bei einem LKW Fahrer geklopft, da mir doch etwas schwindlig war bei der Vorstellung, auf der Autobahn ohne Diesel mit krankem Kind mitten in der Nacht..
Er verstand leider weder deutsch noch englisch, aber "ruski"..nur das verstand ich nicht. Er hatte keinen Diesel dabei, aber zeigte mir auf seinem Handy dass in 2,4 km die nächste Tankstelle wäre.

Mein Blutdruck war inzwischen doch etwas erhöht, ich schwor mir dass ich sofort daheim einen Reservekanister in den Kofferraum packe und warum um alles in der Welt ist hier keine Tankstelle!! Inzwischen waren wir wieder in Deutschland, die Tankstelle vom LKW Fahrer existierte nicht, mein Navi sagte noch 17 km bis zur nächsten Zapfsäule in Pforzheim. Ich bin froh dass niemand meine motivierenden Selbstgespräche gehört hat :-)

Und siehe da, mein Autole schaffte es bis nach Pforzheim, ich jubelte innerlich als ich die beleuchtete Anzeigentafel sah und bedankte mich überschwänglich bei allen die mir einfielen. Die Angestellte dachte wahrscheinlich ich hab zuviel getrunken oder wäre auf Drogen, so weich waren meine Knie. Da ich ja auch seit früh nix mehr gegessen hatte gönnte ich mir einen doppelten Schokoriegel mit hauffa Nüssen drin und "echte" Cola. Inzwischen war es nach Mitternacht und nur noch knapp 1,5 Stunden bis nach Hause.

Daheim angekommen hab ich nur Agnes geschnappt, Tür auf, ausgezogen und ab ins Bett. Am nächsten Tag dann zum Kinderarzt da es ihr wirklich schlecht ging. Er machte vorsorglich einen Streptokokken Test, der dann überraschenderweise positiv ausfiel, also Scharlach. Ich war froh dass ihr Papa uns gefahren hat da ich mich inzwischen auch eher wie ein Schluck Wasser in der Kurve fühlte.

Tja, dann gibt`s nicht mehr viel zu erzählen, ich lag dann auch flach, gleiche Diagnose. Als i-Tüpfelchen sprang mein Auto nicht mehr an, dachte zuerst ich hab einfach eine Tür offen gelassen. es stellte sich aber heraus dass die Batterie einfach fertig war -  was sie nach 10 Jahren auch sein darf. Was aber ganz toll war dass uns jemand aus dem Ort ein Ladegerät vorbei gebracht hat. Nochmal ein Dankeschön gen Himmel geschickt, dass uns das in Frankreich nicht passiert ist.

Inzwischen sind wir wieder fit, der Alltag hat uns wieder, wir sind um einige Erfahrungen und Eindrücke reicher...geplant ist aber erstmal nix Neues ;-)...ähmm..und Reservekanister hab ich immer noch keinen :-D