Sonntag, 28. Oktober 2018

Disneyfiziert ...

Ich werde ja manchmal für meine "Schwärmerei" für alles was mit Disney zu tun hat belächelt..das ist doch nicht die Realität, das ist ja nur eine Scheinwelt, alles nur Kommerz, für Erwachsene sowieso nix usw...Eins stimmt..die Realität ist das nicht ;-) geb ich zu, auch wenn ich ziemlich lange gedacht habe, ich werde mit so Anfang 20 einen Traumprinz finden, dann kommt das typische Häuschen bauen mit Zaun außen rum, idealerweise 2 Kinder im Abstand von 3 Jahren und dann noch Mädchen und Bub - und dann...lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende..


Da enden ja die ganzen Märchen und Disney Filme, sowie die meisten Rosamunde Pilcher "Schmonzetten" oder Hollywood-Produktionen wenn es nicht gerade Action Filme sind. Vor kurzem hab ich einen witzigen Spruch gelesen:

Ich brauche keinen Prinz der einen Drachen für mich tötet,
ich möchte einen Mann, der mich auch dann liebt, wenn ich zum Drachen werde 


Ist was dran...was jetzt natürlich nicht heißen soll dass ich mich manchmal in einen feuerspeienden Drachen verwandel, auch nicht im übertragenen Sinn :-D 

Ich beschäftige mich ja seit geraumer Zeit mit dem Thema "Liebe - Beziehungen - mit welcher Einstellung kann es gut gelingen - usw..."  und da kam mir der Begriff  "Disneyfizierung" unter. 

Das soll wohl so viel bedeuten wie: es gibt immer mehr Menschen, die sich das alles so ideal vorstellen, daß die geringste Abweichung (der Partner hat nicht die gleiche Meinung wie ich, er /sie hat keine Lust gemeinsam auf dem Ross in den Sonnenuntergang zu reiten, er/sie hat nicht immer gute Laune und sieht plötzlich nicht mehr so aus als noch beim Kennenlernen..) zum größten Konflikt und Zweifel an allem führt, die Beziehung beendet wird in der Hoffnung, der nächste Gaul samt Prinz / Prinzessin ist schon unterwegs... Vielleicht sollte man wie inzwischen auf fast allem einen Warnhinweis anbringen: 

Der Konsum dieses Märchens / Films/ Buches kann zu Fehlinterpretationen des realen Lebens führen. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie am besten ihre Eltern oder noch besser, ihre Großeltern. (Irgendjemand der sich traut ihnen die schonungslose Wahrheit über das Leben mitzuteilen)


Aber ich schweife ab :-D (muss am tristen Wetter heute liegen...) Ich bin der Meinung, es gibt so viele schlimme Dinge auf der ganzen Welt, kaum eine Familie die nicht irgendeinen Schicksalsschlag verarbeiten muss, Krankheiten die ganze Leben aus der Bahn werfen..da ist doch so ein kleiner Ausflug in die Märchenwelt nicht schlimm, im Gegenteil..man kommt auf andere Gedanken, sieht wieder das Schöne im Leben, vielleicht kommen Kindheitserinnerungen hoch und dann schafft man die nächste Hürde vielleicht etwas leichter.

So, bevor das jetzt zu philosophisch wird, möchte ich Euch von unserem tollen Ausflug nach München gestern erzählen. Disney on Ice ist an diesem Wochenende zu Gast und wir waren dort und haben uns verzaubern lassen. So viele strahlende Kinderaugen habe ich selten gesehen und wenn ihr auf Instagram rüber hüpft könnt ihr sogar auf 2 kleinen Videos sehen wie sehr Agnes mitgefiebert, gesungen und getanzt hat.Hier geht`s lang zu Instagram

The one and only Mickey:

 
führte mit Minnie, Daisy, Donald und Pluto durch das Programm:


Ariel war dabei...


Rapunzel mit Flyn Rider,


und das Pferd Maximus durfte auch nicht fehlen:


Immer noch ein Favorit: Belle, das Biest, Lumiere und Cogsworth...




Und natürlich durften Anna, Elsa, Olaf, Hans, Christoph und das Rentier Sven nicht fehlen ;-)





Was ich an solchen Ausflügen immer schön finde, dass die anderen erst mal skeptisch schauen, sich aber dann mitfreuen wenn Agnes lacht und singt. Vielleicht hilft das ja ein paar "Ängste" in den Köpfen abzubauen...

Das Wetter war gestern auch schon grau und nass, wir haben uns die gute Laune aber nicht verderben lassen ;-) Kommt gut in die neue Woche...




Sonntag, 21. Oktober 2018

Kennt ihr den Räuber Hotzenplotz?

...oder den bekannten Polizeiwachtmeister Dimpfelmoser? Wenn euch auch die Geschichten von Otfried Preußler in der Kindheit begleitet haben, dann kann ich Euch die neue Mitmachausstellung im Neuen Schloss in Stuttgart nur Wärmstens ans Herz legen.

Wenn Ihr weder den Räuber, den Seppl, die Großmutter mit ihrer Kaffeemaschine kennt, dann erst recht ;-)

Seit gestern, dem 95. Geburtstag Otfried Preußlers ist die neue Ausstellung eröffnet. Es gibt soviel zu entdecken, Kinder können auf die Jagd nach dem Räuber Hotzenplotz gehen, Spuren suchen, den Seppl, den bösen Zauberer Petrosilus Zwackelmann oder die bezaubernde Fee Amaryllis zum Leben erwecken und dabei in die Geschichten eintauchen. Am Besten zeig ich euch mal ein paar Bilder:

Hier durfte sie einen eigenen Zauberstab basteln..ich kann euch den nur leider momentan net zeigen da sie ihn "weggezaubert" hat und meine Zauberkraft heute nicht ausreicht um ihn wieder herzuzaubern ;-D


Dann kam der Räuber Hotzenplotz höchstpersönlich auf die Bühne..seine 7 Messer hatte er aber zuhause gelassen...  


Hier ist "anfassen" erlaubt und sogar erwünscht..


Die Kinder dürfen sich als Hotzenplotz, Sepperl, Zauberer oder auch als Dimpfelmoser verkleiden..mein Favorit ist ja der Sepperl Hut :


...ok...glitzert halt :-)...


Großmutters Küche ist so liebevoll eingerichtet, wie die ganze Ausstellung. da wäre ich gestern gerne länger sitzen geblieben und hätte einen Kaffee aus der tollen Mühle getrunken, dazu Pfannkuchen..hmmm...



Hier können die Kinder per Laufband die Geschichte "vorantreiben"..


Die Möglichkeit zum eigenen Steckbrief erstellen gibt es natürlich auch:




Ganz viele Stationen zum entdecken, rätseln, staunen, ausprobieren, abstempeln...






Ein Ruheraum zum Schmökern in allen Büchern von Otfried Preußler:




Die Unke, die auf Erlösung wartet...


...und die Kinder können helfen dass aus ihr wieder die Fee Amaryllis wird.


 Wer hilft mit, das Schloss wieder aufzubauen ?




 Ihr bekommt dort auch das Räuber- Magazin mit vielen Rätseln drin:



So, das waren jetzt ein "paar" Eindrücke aus der Ausstellung. Da stecken so viele Ideen drin, es ist alles liebevoll und kindgerecht (es gab auch wieder einen Kinderrat der mitgearbeitet hat), die Ausstellung ist barrierefrei und ist auch schon für kleinere Kinder und natürlich auch Erwachsene geeignet.

Ich hoffe ich hab nicht zuviel verraten aber wir haben gestern noch lange nicht alles gesehen. Wenn ihr hingeht, schreibt mir doch mal wie es euch gefallen hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 23.Juni 2019 zu sehen und die Preise wirklich Familienfreundlich.

(das ist wohl auch wieder Werbung, aber Werbung unbezahlt und für Kultur ;-))


Samstag, 20. Oktober 2018

Aaanes 7. Bursdag ;-)

Gestern war es endlich soweit...seit Tagen, nein eher Wochen fiebert Agnes ihrem Geburtstag entgegen..(es ist auch nicht so dass sie jeden Tag Geburtstag feiert :-)) Aber ich war genauso als Kind, die Nacht vor dem Geburtstag konnte ich kaum schlafen, früh schnell im Nachthemd aufgestanden und geschaut ob schon jemand wach ist. So langsam wird es besser :-D

Der Countdown war auch schneller ausgefüllt als ich schauen konnte. Jeden Morgen hat sie ein Kreuzchen gemacht, und wenn ich nicht hingeschaut habe, noch eins, und noch eins..sie versteht also glaub schon um was es geht ;-)


Abends hab ich ein bisschen dekoriert, ihren Lieblingskuchen (Käsekuchen), Schokonusskuchen und Muffins für die Schule gebacken. Ich mach keine Motivtorten mehr, die sehen zwar toll aus, machen eine hauffa Arbeit aber zum Essen eher ungeeignet, außer man mag es pappsüß.




Früh um 5 hab ich sie schon nebenan gehört, ich also schnell hochgespurtet - ok..so schnell es eben machbar war - die Kerzen angezündet und in Lauerstellung gegangen. Als die Tür aufging hat sie die Augen so weit aufgerissen und gestrahlt, das war unglaublich.

Dann haben wir gesungen, sie hat mich ganz fest gedrückt und gesagt. "Mama, alles gut, Aanes sieben Bursdag!" (Immer diese sentimentalen Mamas die sich am Geburtstag ihrer Kinder an die Geburt erinnern - auch noch nach 22 Jahren..)

Ja und dann gab es kein Halten mehr..jedes Geschenk wurde zelebriert, die Bänder in seeehr viele Einzelteile zerschnitten usw..:






Wenn es nach ihr gegangen wäre hätte sie am Liebsten weitergespielt, aber der Bus wartet nicht lange. Außerdem hätte sie dann die tolle liebevolle Feier in der Schule verpasst.

Wir haben die Gäste früh eingeladen, ich wusste dass sie es kaum erwarten konnte. Dazwischen immer wieder Telefonate aus der Oberpfalz, vom großen Bruder, Videobotschaften und Ständchen von ganz lieben Freunden..es war unglaublich.


Momentan ist kochen / backen / Puppe spielen ganz hoch im Kurs...

Als die Gäste weg waren hat sie ganz toll mit aufgeräumt, als wir den Tag Revue passieren ließen hat sie sich aufs Sofa gekuschelt, sich noch ein Ständchen gesungen und schlief dann glaub sehr glücklich ein...

Ich hab sie noch ein Weilchen angesehen und gedacht, was für eine tolle Entwicklung sie in den letzten 7 Jahren gemacht hat. Alles was für "normal" entwickelte Kinder selbstverständlich ist, muss sie sich mühsam erarbeiten. Die Schule tut ihr so gut, sie zeigt mir Gebärden, erzählt viel, versteht auch immer mehr. Trotz der häufigen Infekte, Arztbesuche usw. ist sie meistens gut gelaunt und genießt jeden Augenblick. 

Der Kürbis war auch ein Geschenk, von ihrer heiß geliebten "Schäll" ;-) Ich hoffe, der hält uns die Bösen Geister vom Leib...falls nicht, singen wir ihm einfach was vor..was glaubt ihr wie schnell der weg ist :-D






Samstag, 13. Oktober 2018

46plus kocht :-)


Ich hab Euch ja schon öfter vom Verein 46plus in Stuttgart erzählt, Agnes hat durch den Verein z.B. die Möglichkeit gehabt, für das Down-Syndrom Sportler-Festival zu trainieren.

Dieses Jahr feiert der Verein 15 jähriges Bestehen und so kam die Idee auf, etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen.

Gründungsmitglied Conny Wenk hat schon einige Bücher und auch andere Sachen veröffentlicht, sie ist inzwischen eine richtige "Ikone" als Fotografin in der "Down-Syndrom- Szene" (ist jetzt a bisserl flapsig dahergesagt, aber ich kann es nicht anders ausdrücken ;-)) Hier beim Neufeld Verlag könnt ihr mal spickeln, sie hat auch die Bilder zur Foto Kalender Ausstellung mit den Promis gemacht die wir vor ein paar Jahren in Plüderhausen organisiert haben..

Die Idee ein Kochbuch zu machen wurde geboren und dann startete das Großprojekt. Hut ab vor der vielen engagierten ehrenamtlichen Arbeit, die trotz viel Spaß bestimmt auch Nerven gekostet hat ;-)

Und jetzt, Tada...Trommelwirbel...hier ist es:


Als kleines "Mognkratzerl" wie wir Bayern sagen (Versucherl oder auch Appetithäppchen) hab ich Euch mal eine beliebige Seite aufgeschlagen, wenn das nicht Lust auf "Mehr" macht weiß ich auch nicht ;-) Auf dem Bild seht ihr Roland Trettl mit Tim (entstanden am TV-Set von VOX für "First Dates" in Köln:



Insgesamt haben 21 Hobbyköche und 19 Profis viele tolle Gerichte gezaubert, viel Spaß gehabt und die Küchen gerockt. Hier die Liste der Profis :

Alfons Schuhbeck, Ali Güngörmüs, Bernd Siefert, Cornelia Poletto, Frank Buchholz, Frank Oehler, Franzi und Andi Schweiger, Léa Linster, Maria Groß, Meta Hiltebrand, Mike Süsser, Nils Egtermeyer, Ole Plogstedt, Roland Trettl, Simon Tress, Ted Reader, Thorsten Michel und Vincent Klink.

Als Sous-Chefs haben Timo, Marina, Benjamin, Juliana, Yannik, Milla, Tim, Jakob, Reka, Tim, Anna, Alex, Tamara, Mika, Fabian, Mara, Theo, Fabio, Florine, Aiden und Julia den Spitzenkochs gezeigt wo der Rührbesen hängt :-)

Wir waren heute morgen bei der Buchvorstellung, haben uns ein paar Exemplare gesichert und wir hatten sogar die Gelegenheit sie von Conny und einigen stolzen Sous-Chefs signieren zu lassen: 





Fabio hatte es ihr besonders angetan ;-)


Druckfrisch signiert von Theo, Fabio, Conny Wenk, Juliana und Timo



Timo hat sogar selbstgemachte Maultaschen mitgebracht und Reka ihren Käsekuchen der ganz liebevoll in kleine Portionen verpackt war.

Timo ist ein richtiger Charmeur...



Ich finde dieses Buch macht einfach gute Laune schon alleine vom Durchblättern und vor allem Hunger ;-) mal sehen, was Agnes gerne nachkochen möchte..

Wenn ihr jemand eine Freude machen wollt, und natürlich auch für Euch selber, könnt ihr das Buch entweder ganz bequem beim Neufeld Verlag bestellen oder ihr geht in eure Buchhandlung vor Ort ;-)

Ihr wisst ja, Weihnachten steht schon ganz dicht vor der Tür :-D

(* Ja, das ist Werbung..aber unbezahlt ;-) nur muss ich Euch darauf hinweisen )

Donnerstag, 27. September 2018

I`ve been waiting for you...


Mamma Mia, seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf wie ich ein Zeichen setzen kann, wie ich manche Leute wach rütteln kann, wie ich für meine Tochter einstehen kann...

Da fiel mir zuerst das Lied von ABBA ein, im neuen Kinofilm wurde der Text einer Strophe etwas umgeschrieben, da heißt es: "I`ll be a good Mum I swear, you`ll see how much I care.." und ich glaube jede Mama denkt oder fühlt so wenn man nach der Geburt das eigene Baby das erste Mal im Arm hält, wenn man dieses kleine zarte Wesen endlich fühlen kann und ihm in die die Augen sehen darf...

Soweit die Idealvorstellung, nach einer traumhaften unbeschwerten Schwangerschaft. Jetzt ist es aber schon länger so, dass man schon ganz am Anfang mit Sachen bzw Fragen konfrontiert wird, die irgendwie alles nicht mehr ganz so unbeschwert machen..Früher wurden nur die risikoschwangeren Frauen mit der Pränataldiagnostik überhäuft, inzwischen ist es gang und gäbe, alles auszutesten was geht. Angefangen von der Nackentransparenz (da wird die Dicke der Nackenfalte des Fötus ausgemessen und wenn es nicht innerhalb der "Norm" ist, bezeichnet man das als "Softmarker" für Trisomie 21) bis hin zur Fruchtwasseruntersuchung. 

Seit ein paar Jahren gibt es einen Bluttest, bei dem berechnet wird, wie hoch das Risiko ist, ein Kind mit Down Syndrom zu bekommen. Bisher muss man diesen Test selber bezahlen, um absolute Gewissheit zu haben muss trotzdem eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht werden, bei der das Risiko einer Fehlgeburt besteht.

Aktuell wird geprüft, ob dieser Test eine Kassenleistung werden soll. Im Klartext: dieser Bluttest würde zur Standarduntersuchung werden. Es ist jetzt schon so dass 9 von 10 Kindern nicht zur Welt kommen dürfen wenn die Diagnose Trisomie 21 feststeht. 9!!! Und bei einem behinderten Kind darf man ja auch noch eine Spätabtreibung durchführen, d.h. bis zum Beginn der Geburt darf das Kind getötet werden. 

Mich macht das unheimlich traurig. Seit fast 7 Jahren begleite ich meine Tochter auf ihrem Weg, sie hat sich durchgekämpft und hat eine unglaubliche Lebenslust. Sie leidet nicht, sie liebt das Leben, sie lacht und fühlt, sie gibt so viel und hat schon so viele Menschen dazu gebracht, sich zu öffnen.

Nein, ich male hier keine rosa Glitzerwelt, ich idealisiere auch nix. Ich möchte nur mal ein paar Menschen schütteln oder ihnen eine Kopfnuss geben und fragen, welche Vorstellung vom Leben sie  um Himmelswillen denn haben ..ob sie noch in ihren Poesiealbensprüchen feststecken und noch nie das wahre Leben kennen gelernt haben. Es gibt KEINE Kontrolle über alles, es passieren ganz oft unvorhergesehene Dinge, die man erstmal verdauen muss, aber dann doch nicht so schlimm sind oder vielleicht ganz toll??? Die meisten Behinderungen entstehen übrigens im Laufe des Lebens..

Ganz ehrlich..ich habe nicht laut Juhu geschrien als nach der Geburt der Verdacht auf  Trisomie 21 im Raum stand. Ich hatte Angst, ich hatte keine Ahnung was auf mich/ uns zukommen würde. Aber: von Anfang an liebte ich diese kleine zarte Menschlein, ich hab ihr versprochen, immer für sie da zu sein so lange ich lebe und egal was kommt, ich werde sie begleiten. Das Gleiche hab ich auch meinem Sohn versprochen, da gibt`s keinen Unterschied. 

Um auf den Punkt zu kommen: Es wurde eine Petition von Eltern gestartet, die auch Kinder mit DS haben. Wir sind gegen den Bluttest auf Down Syndrom als Kassenleistung. Ich unterstütze sie und hoffe, dass ganz viele diese Petition unterschreiben. 

Natalie Dedreux, eine junge Frau mit Trisomie 21, beeindruckte Bundeskanzlerin Merkel und Millionen Fernsehzuschauer. Dafür erhielt die junge Frau den Medienpreis BOBBY der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Natalie hat im September 2017 in der Wahlarena zu Angela  Merkel gesagt: "Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben". Es ging um die Frage, warum man bei DS eine Spätabtreibung vornehmen darf.



Unter der Petition bzw da wo sie geteilt wurde, wird auch fleißig kommentiert. Und da wird mir manchmal echt übel. Ich werde hier nix davon zitieren...

Viele sind auch der Meinung, ein "Besonderes" Kind sucht sich "Besondere" Eltern / Mütter...
Ok, ich geb`s zu, am Anfang fühlte ich mich geschmeichelt als ich solche "tröstenden" Worte hörte. 

Auch jetzt höre ich noch manchmal:

Also ich könnte das nicht...

Ich bewundere Deine Geduld...

Diese Kinder suchen sich schon Engel als Mütter aus..

Ein Schmarrn...ICH BIN KEIN BESONDERS GEDULDIGER MENSCH! Ich hab auch keinen Heiligenschein, Flügel auch noch nicht, ich hab keine Sonderpädagogik studiert, ich hab kein extra Kontingent an Nerven (warum eigentlich nicht..??)..ICH BIN DA REINGEWACHSEN! 

Gut, ich war früher schon so eine Art HB Männchen, schnell oben draußen, Blutdruck oft zu hoch, eine Kleinigkeit reichte um meinen Fuß gegen was zu kicken..Ob es die Altersgemütlichkeit ist, die sich breit macht oder doch die Lebenserfahrung sei mal dahin gestellt. Die Gelassenheit tut mir und meinem näheren Umfeld auf alle Fälle gut ;-D 


Mein Apfelbäumchen von Reinhard Mey, das Lied hab ich mit Agnes im Arm ganz oft gehört und es drückt aus, was ich fühle. Er singt von Herausforderung und Menschlichkeit und dass Kinder dabei helfen , Zweifel aus dem Weg zu räumen. 


Zum Thema Menschlichkeit hat Richard von Weizsäcker eine tolle Rede gehalten, hier könnt ihr sie nachlesen:

Rede von Richard von Weizsäcker : Wäre soziales Verhalten der beispielgebende Maßstab, dann müssten wir den Menschen mit Down-Syndrom nacheifern.


Puh, schwieriges Thema und mal nicht ganz so witzig, aber ich möchte ein Zeichen setzen da es mir sehr wichtig ist.. macht doch mit, nur 2 Minuten und ein paar Klicks, und setzt auch ein Zeichen für Menschlichkeit...



HIER GEHT`S ZUR PETITION

Ich danke Euch <3


Montag, 10. September 2018

Mit Pauken und Trompeten...

...na wenn das keine Überschrift ist :-D Nein, es gibt nix zu verkünden und durchgefallen ist auch niemand..

Ich meinte mit PAUKENröhrchen und OhrTROMPETEN ...damit hatten wir die letzten Tage bzw leider immer noch zu tun. Wobei die Ohren das geringste Problem sind.

Am Donnerstag hatte Agnes ihre HNO OP. Die Mandeln wurden verkleinert, Polypen kamen raus, eine BERA wurde gemacht und eben die Trommelfellschnitte. Paukenröhrchen sollten nur zurückhaltend eingesetzt werden wegen evtl. Hörgeräten.

Um 13 Uhr war Termin, eine Stunde vorher bekam sie eine Betäubungssalbe auf beide Handrücken wegen dem Zugang. Da hat sie noch getanzt:


Im nachhinein war das umsonst, da sie den Zugang nur am Fuß legen konnten..So gegen halb 2 durften wir (ihr Papa hat sie begleitet) sie dann mit bis zur OP Schleuse bringen. Kurz vorher bekam sie einen Saft der sie schwummrig machen sollte..naja..wenn lachend die OP Mütze in die Luft werfen zu "Schwummrig" zählt, ja dann war sie schwummrig :-D Sie hat noch mit der Atemmaske gespielt, eine letzte Umarmung, dann wurde sie in den OP geschoben.

Man oh man, ich dachte ja jetzt nach 6 Jahren hat man diese Situation verdaut, also wie das damals in München war mit der Herz OP, aber die Schleuse zum OP ging zu, meine Schleuse ging auf ...

Es waren 2 Stunden für die OP angesetzt, als diese vorbei waren verging die Zeit noch schleppender. Jedesmal wenn eine Schwester o.ä. vorbei huschte dachte ich, die kommt zu uns. In dem Raum gab es einen Wasserspender, so viel Wasser hab ich schon lange nicht mehr getrunken.

Nach 3,5 h dann hatte die Warterei ein Ende. Die Ärztin kam, sagte es sei alles ok, es gab nur Probleme bei der Beatmung. Die BERA ergab dass sie genug hört, sie braucht also keine Hörgeräte. Ein Paukenröhrchen wurde eingesetzt, das andere Ohr ist ok. Es dauerte dann nochmal ca eine Stunde bis wir sie an der Schleuse abholen konnten. Da war sie auch noch sehr müde.

Innerhalb einer Stunde wurde sie so fit, lief auf den Flur, wollte Wettrennen machen, aß Brot, trank...ich war ziemlich erstaunt, hab ich doch die anderen Kinder gesehen die die gleiche OP hatten und auch an meine OP vor , hmmmm...sagen wir mal guten 30 Jahren, (oder eher 37) kann ich mich noch erinnern. So gegen halb 9 ist sie dann aber doch eingeschlafen. Mein Bett stand schon bereit zum aufklappen, ich hatte einen netten Zimmernachbarn, aus USA, der mir zeigte wo die Kaffeemaschine steht ;-)

Agnes hat fast durchgeschlafen, das Mädchen neben ihr nicht..





Um kurz nach 6 sind wir schon über die Gänge gelaufen, knapp nach 7 Uhr kam schon die Visite und vor neun hatten wir schon den Entlassbrief, Bestätigung für den Arbeitgeber und ein paar Merkzettel. Der Freitag war dann problemlos, keine Schmerzen, kein Fieber, nix...dann kam die Nacht...

Und damit alles mit voller Wucht. So wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Medis der OP haben wohl so lange nachgewirkt. Das geht jetzt seit 3 Tagen so. Sie mag nichts trinken, essen, legt sich freiwillig aufs Sofa, ist manchmal unleidlich (wäre ich ja auch...), und so langsam , nein eher ziemlich schnell, macht sich hier der Lagerkoller breit. Wir waren schon draußen, haben Äpfel im Garten gesammelt, das Trampolin abgebaut, den Cousin kurz besucht, heute ein kurzer Spaziergang ins "Städtle", aber selbst das Eis mochte sie nicht.

Wir sind ja eher viel unterwegs und auch wenn es uns zu Hause gut gefällt, wenn wir zuhause sein MÜSSEN, krieg ich die KRISE!!!

Hier meine Tipps gegen eben diese:


  • Schokolade...ja ich weiß..ich hab mir ein Ziel bis Ende diesen Jahres gesetzt, und ich werde dieses Ziel erreichen..nur nicht JETZT..ich hab eine tolle APP in die ich alles eintrage was ich zu mir nehme, seit ein paar Tagen sogar so eine Fit- Dingens- Uhr, die liegt aber in meiner Tasche seit der OP...das Vibrieren wenn der Puls zu hoch war, war nicht auszuhalten :-D
  • Lego...unsere Sammlung hat sich um Vaiana und Mauii erweitert :  




  • eine gute Freundin die samt Sohn einfach in der Tür steht
  • gut tuende Nachrichten die einen wissen lassen dass man an uns denkt
  • klingelndes Telefon, wenn`s keine Gewinnbenachrichtigung ist
  • Blog Post verfassen, dann wieder verwerfen da zu "Jammerig"
  • Blog Post verfassen, dann wieder verwerfen da zu "optimistisch"
  • Blog Post verfassen, dann wieder verwerfen da zu sehr "Was bin ich für eine Super-Mama"
  • Blog Post verfassen und dann verflixt noch mal stehen lassen, besser wird`s nicht ;-)
  • KAFFEE...in rauen Mengen, es hat noch einen weiteren Vorteil..da man dann öfter für kleine Prinzessinnen muss hat man (ich) eine kurze Verschnaufpause..hinter geschlossener Tür..aber nur kurz, bis es wieder klopft...
  • Schokolade
  • Pizza vom Lieferservice damit man mal wieder einen Erwachsenen sieht (sie hat aber net geschmeckt...und der Bote war schneller weg als ich schauen konnte)
  • ein gutes Buch lesen..wobei es absolut SCH...egal ist welches..man bleibt eh auf der selben Seite, liest diese 10 mal hintereinander und weiß immer noch nicht was drin steht...
  • zum Einschlafen ein Hörbuch...sehr zu Empfehlen: Meditationen...schnarch...
Ich würde es ihr gerne abnehmen, geht halt nicht. Jetzt hoffe ich dass sie bald wieder fit ist, am Donnerstag ist ja der erste Schultag!!!! Das Schlimmste ist bestimmt überstanden..

Kommt gut durch die Woche und wenn jemand noch eine gute Idee für Sofa Spiele hat, immer her damit ;-)